So Momente
12. November 2009
Es gibt so Momente, da bröckelt der Zahn, da zeigt der Bildschirm auf einmal von ganz alleine alles in knallrosa an und da sieht der Text, an dem man doch so lange gearbeitet und für den man doch so schöne Bilder ausgesucht hatte, layoutet und gedruckt einfach nur noch richtig schrecklich aus.
Und was macht man dann? Richtig: Milchkaffee trinken. Und sich auf den nächsten Tag freuen.
Twitterlistencharts
11. November 2009
Ein ganz klein bisschen Selbstbeweihräucherung muss auch mal sein: In den neuen Twitterlistencharts in der Kategorie >„Top 100 der deutschen „Corporate Tweets“ (ohne Medien)“ mit 174 Listungen immerhin auf Platz 24 gelandet. Das freut mich natürlich.
Mit natürlich wirkendem Gesichtsmoosbart!
10. November 2009
Heiliges Kanonenrohr, den Klotz kaufe ich mir aber auch, und zwar gleich morgen.
Mein Beitrag zum Weltputztag: Ich brauche so eine Tube Zeug
8. November 2009
Manchmal denke ich ja, wie schön wäre es, einfach eine Tube Zeug zu haben. So Zeug, mit dem man mal eben schnell alles sauber machen könnte und hinterher wäre es so, wie es sein sollte. Wie diese neuartige Cola, nur zum Putzen halt. Was würde ich damit alles machen! Der Currysiff vom gestrigen Huhn rund um den Herd zum Beispiel, ratzfatz, weg wäre er, als hätte es das Desaster nie gegeben, auch unter meinen Fingernägeln nicht, die nun aussehen wie nach einem 20-Jahre-Rauchmarathon. Oder nach Gicht halt. Aber es ist ja nur der eingezogenen Curry. Die Asiasaucenflecken aus diesem genialen Asia-Schnell-Restaurant in Wiesbaden auf dem weissen Shirt, die beim Waschen nicht mehr raus gegangen sind, was war diese süsssaure Ente aber auch lecker, herrje. Die würde ich entfernen damit, aber sowas von ratzfatz. Auch den Lärm, den die Omi im Stockwerk über mir, heute, am Sonntag, seit heute früh um acht Uhr veranstaltet hat, weil sie zwei Stunden lang Hinfallen und Wiederaufstehen geübt hat, vermutlich wurde sie für den neuen Bond-Film als Stuntman engagiert. Wischwisch, Omi weg, Ruhe isch. Die mehr als rätselhafte Erfahrung mit der Frau mit der Tomate. Meine etwas zu gross geratenen Zehen, zumindest nicht ganz, nur ein kleines Stückchen würde ich da wegschrubben, so an der Seite, was hätte ich gerne kleinere Füsse! Vielleicht auch ein klein wenig an meinem Hintern, aber das ist eine andere Geschichte. Die ewige Suche nach dem perfekten Blogdesign, weg wäre sie, kein Hahn würde mehr danach krähen. Den blöden Bodenseenebel würde ich wegwischen, der hier seit Tagen alles verklebt und an manchen Tagen einen nicht mehr als 10m weit gucken lässt, was aber nicht weiter auffällt, denn das ist hier gang und gäbe, sogar auch ganz ohne Nebel. Und ich würde diese Kiste mit den 30 einzelnen schwarzen Socken aus meinem Leben entfernen, als hätte es sie nie gegeben. Das Haar, das mir seit 15 Jahren stur an dieser geheimen Stelle nachwächst, und das ich genau so stur seit 15 Jahren einmal pro Woche auszupfe ja, auch das wäre dann Geschichte. Endlich.
Ja, manchmal hätte ich gerne so eine Tube mit diesem Zeug. Einfach mal die Möwe drin tunken und hinterher noch schnell die Fenster damit wischen. Und wenn es dann noch nicht genug ist, ich bin mir sicher, daraus liesse sich auch noch eine prima Suppe kochen. Morgen, ja morgen, da kaufe ich mir so eine Tube Zeug, das steht fest.
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Gar! Aus!
7. November 2009
Heimat
5. November 2009
Wer an die 50er-Jahre denkt, dem fallen vermutlich erst einmal Dinge wie Nierentisch, Elvis Presley, Petticoat oder Wirtschaftswunder ein. Doch die 50er waren vor allem eines, nämlich die goldene Zeit des Heimatfilms: In den unendlichsten Wäldern, auf den grünsten Wiesen und zwischen den höchsten Bergen kämpften wackereFörster, alleinstehende Landwirte oder kernige Bergbauern gegen das Böse. Und zum Schluss bekam immer der Hans oder der Franz die Resi oder eben die Liesel. Es wurde geheiratet, meistens unter freiem Himmel, während im Hintergrund die Kuhglocken läuteten. Happy End, heile Welt und alles war wieder gut. Und zwar in Technicolor.
Die wenigsten wissen: Der Heimatfilm ist das einzige Filmgenre, das in Deutschland entwickelt wurde. Man denke an Luis Trenker, der bereits in den 20er- und 30er-Jahren in unzähligen Filmen auf den Felsen herumkraxelte und seine strammen Waden in dieKamera hielt. Die Nationalsozialisten adaptierten den Heimatfilm, doch seine große Zeit hatte er schließlich im Nachkriegs-deutschland, denn da war er wichtig: Die Welt draußen lag in Trümmern, man sehnte sich nach Werten, nach heiler Welt und nach ein wenig Balsam für die Seele. Viele der ersten Heimatfilme waren interessanterweise Nachverfilmungen von Nazi-Filmen – man textete den Stoff ein wenig um, schrieb neue Musik dazu und schon passte es weder. Die Alliierten stuften diese Filme als unbedenklich ein und ließen sie daher zu Bis in die 60er-Jahre wurde Film um Film herausgebracht. „Die Mädels vom Immenhof“, „Da wo der Wildbach rauscht“ oder „Die Christel von der Post“ – wer kennt sie nicht.
Auch der Bodensee, an dem ich aufgewachsen bin und an dem ich seit nun 37 Jahren noch immer lebe, hat seine großen Heimatfilme: „Die Fischerin vom Bodensee“ aus dem Jahr 1956 mit Marianne Hold, Annie Rosar und Gerhard Riedmann in den Hauptrollen ist so einer. Statt Bergen und Wald bot der See hier die Kulisse: Man sah die arme, aber schöne Fischerin Maria in ihrem kleinen Boot vor der ehrwürdigen Meersburg im See herumpaddeln, um Fische zu fangen. Und tapfer kämpfte auch sie gegen das Böse: Abwässer im Bodensee, lästige Motorbootfahrer, gemeine Nachbarmädel und die Fischerkonkurrenz machten ihr das Leben schwer, dazu eckte Maria überall an und wurde wie eine Außenseiterin behandelt. Doch auch hier letztlich ein glücklicher Ausgang und Maria fand sogar noch den Mann fürs Leben. Unvergessen auch „Drei Mann in einem Boot“: Jo (Walter Giller) und Harry (Hans-Joachim Kulenkampff) wollen am See ein paar Tagen ausspannen. Das geht gut, aber nur bis ihre Freundinnen unerwartet auftauchen und den beiden lästig werden. Zusammen mit Kunsthändler Nolte (Heinz Erhardt) flieht das lustige Herrentrio daher auf dem Boot quer über den Bodensee von Österreich bis zum Rheinfall, dabei immer die drei Frauen dicht auf den Fersen. Alberner Junggesellenklamauk mit vielen Natur- und Seeaufnahmen. Großartig. Ich habe den Film sicher zehnmal gesehen.

Diese Bodensee-Heimatfilme sind aber nicht nur immer wieder unterhaltsam. Es sind vor allem auch Filme, die das Bild des Sees bis heute prägen. Bodensee, das ist doch da, wo die Alpen glühen, wo das Wasser so blau ist und die Äpfel so rot sind. Und Bodensee ist die Blumeninsel Mainau mit den Bernadottes, die Insel Reichenau mit ihrem Gemüse und den alten Kirchen, Meersburg mit seiner Annette von Droste-Hülshoff, Bregenz mit der romantischen Seebühne und natürlich die Schweiz mit ihren Milchkühen. Natürlich scheint auch immer die Sonne. Und so fährt man nicht an den See, um hier was zu erleben, hierhin kommt man, um Ferien zu machen und um ein Stückchen heile Welt zu genießen. Eine Heimat, wie man sie sich nur wünschen kann. Die Realität? Die sah in den 50er-Jahren ganz anders aus, jedenfalls in meiner Familie. Beide Großelternpaare kamen erst nach dem Krieg an den See, beide mit so gut wie gar nichts im Gepäck. Die Eltern meines Vaters waren aus Danzig geflüchtet, die Eltern meiner Mutter waren ausgebombt. Noch heute erzählt mein Vater bei Familienfesten, wie man ihn als kleinen Jungen beim Eintauschen der Lebensmittelmarken als „elendes Flüchtlingspack“ beschimpft hatte. Beide Familien hatten nicht nur ihre eigentliche Heimat hinter sich gelassen, sondern mussten sich hier vor allem erst einmal wieder eine neue Existenz aufbauen. Und als man das nach und nach in den 50er- und 60er-Jahren, den Zeiten des Wirtschaftswunders, geschafft hatte, dachte niemand mehr daran, zurück in die alte Heimat zu gehen. Der Vater meiner Mutter führte ein gut laufendes Geschäft für Herrenausstattung, der Vater meines Vaters hatte einen guten Job bei der Stadt. Man war Mitglied im Gesangsverein, engagierte sich bei der Fasnacht, ging zum Fußball. Mittlerweile lebt nur noch eine meiner Omas, aber alle sind sie immer hier am See geblieben. Meine Eltern wuchsen als Nachbarn in der gleichen Straße auf, kamen zusammen, heirateten. Auch sie, als zweite Generation, hielten immer an dieser neuen Heimat fest: Den See haben sie nie wirklich verlassen. Und auch bei meinem Bruder und mir ist es ähnlich. Und niemand hat je wirklich daran gedacht, mal ganz woanders hinzugehen.

2002 führte ein Interview: Ich traf mich mit einem Autoren, dessen erstes Buch eben erschienen war. Eine komplizierte Geschichte, in der er sich mit seiner Kindheit hier amBodensee auseinander setzt. Das Gespräch zog und zog sich, nach drei, vier Stunden standen wir noch immer in diesem Park, der Wind rauschte durch die Bäume, es war bitterkalt. Und er fragte mich: „Wo bist du eigentlich zu Hause, wo ist denn deine Heimat?“ Und ich stand da und hatte auf einmal Tränen in den Augen, denn da fiel mir zum ersten Mal auf, dass ich mich hier nie richtig beheimatet gefühlt hatte. Und so schrieb er mir als Widmung in sein Buch: „Für Daniela, fast ohne Heimat“. Ein Satz, der mich sehr berührte. Ich war damals immer ein bisschen wie die Fischerin Maria: Immer am Kämpfen gegen die Widrigkeiten des Lebens, nie irgendwo dazu gehörend, nirgends mal richtig zuhause. Bedingt durch mehrere Klassenwechsel, aber auch bedingt dadurch, dass wir in meiner Familie immer ein bisschen anders waren als die anderen. Statt des hiesigen Dialekts sprachen wir alle gestochenes Hochdeutsch und hielten uns von allem fern, was nur irgendwie nach einheimischer Vereinsmeierei aussah. Zwar hatte ich die größte Zeit meines Lebens in meiner Stadt verbracht, aber Konstanten hatte es selten gegeben. Vermutlich habe ich deswegen so lange an dieser Stadt festgehalten.
Und ich mag sie ja auch. Mittlerweile habe ich mit meiner „Heimat“ gut arrangiert und mein Leben verläuft auch deutlich ruhiger. Ich lebe gerne hier. Ich mag die glühenden Alpen, das blaue Wasser und die roten Äpfel. Ich mag die Ruhe und die Klarheit, die das Wasser ausstrahlt. Ich weiß die Lebensqualität zu schätzen, die mir diese Gegend schenkt: Kurze Wege, gute Infrastruktur, genügend Raum für Rückzug und Stille, meine Freunde, meine Familie und meine Arbeit. Aber Heimat? Nein, Heimat ist für mich trotzdem immer noch etwas anderes. Der Duft von frischem Brot. Eine Kanne dampfender Tee. Mich mit den Katzen und einer Decke auf dem Sofa einkuscheln. Am Sonntagabend Tatort schauen. Im Sturm spazieren gehen, ein Stück Schokolade essen. Solche Dinge eben. Heimat ist für mich kein Ort, Heimat braucht für mich keinen Ort. Heimat ist für mich da, wo mein Herz wohnt. Und das wohnt gerade sehr schön. Allerdings nicht am Bodensee.
Den Artikel habe ich für das Stijlroyalmagazin No. 12. (siehe oben rechts) geschrieben und erschien dort schön layoutet so .
Kann nicht jeder tragen, ich aber schon
3. November 2009
Also mal ehrlich, ich finde ja, Ringe können gar nicht gross genug sein. Soll ja schliesslich auch proportional zum Rest passen. Und nein, der ist nicht aus dem Kaugummiautomat. Und ja, ich habe einen, der noch grösser ist, ha.
Foto: Wlanfail
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2. November 2009
Ach, eigentlich ist ja schon alles gesagt worden. Die @Poetin hat einen bezaubernden Artikel geschrieben und der @Huck ebenso, den Rest kann man in der Twittersearchnachlesen, und wer ordentlich Zeit hat, schaue sich einfach diesen >investigativen Dokumentationsfilm an, bei dem kein Auge trocken bleiben wird, schon alleine, weil man nix sieht und er so lange geht. >Bilder gibt´s ausserdem bei Tapioliller (bei dem ich auch das entzückende Knutschfoto da unten gefunden habe) ein paar auch >bei InsideX in den Twitpics und der @Wlanfail hat auch noch welche gemacht, den muss man aber um Link und Passwort bitten). Und ja, hach, @dasPoell hat ja >auch noch was geschrieben. Schicke Fotos hat auch der @pauneu nun noch >bei Flickr veröffentlicht.
Und ich? Ich stehe nach wie vor ein wenig neben mir und staune noch immer: Euch gibt es ja alle in Echt, und sympathisch seid Ihr auch noch! Und attraktiv! Ein grossartiger Abend war das jedenfalls. @InsideX, der Oberpirat, schenkte mir 19 Sicherheitsnadeln, ich habe mit der @poetin geschmust, mit @daspoell über die Liebe gesprochen, dem @Stijlroyal Würstchen geklaut und äh, vier Hände voll Salzbrezeln auch noch. Ich sah grüne Unterhosen, habe ungefähr 20 Liter Sto getrunken (gefühlt), mit der @Silenttiffy ernsthafte Gespräche übers Pinkeln, Penise und das Schwulsein geführt, festgestellt, dass die @_allerleirauh ja gar kein Mann, sondern eine ganz heisse Biene ist, ich habe dem @vergraemer an den Hintern gegrabscht (hat er gar nicht gemerkt) und dem @VolkerGoebbels auf die Brille geatmet, @der Litchi7 Gummidinger weggefuttert, mit der @Inez737 im hüfthoch geschlitzten Kleid ich an der Stange getanzt, hat nur leider gerade keiner hingeguckt, mit @bebal habe ich ordentlich über Mainz hergezogen, mit der @dramaprinzessin heftig in der Küche rumgeprostet, und zwar in alle Richtungen, um dann das Geheimnis um die echte, also die ECHTE, Identität von @derechte zu lüften. Und dann waren da noch dieser heisse Typ namens @JoSilberstein. Ja, und ich sah @kcpr tanzen und er sah aus wie ein junger Gott, mindestens. Und @bonzibuddy und @hushhasi waren so schnuckelig und der @kirscheplotzer erst! Und die MissWayne war da und dieFisch auch, und ich musste echt an mich halten, mit den beiden nicht hinter der nächsten Ecke zum Knutschen zu verschwinden, nacheinander natürlich. Man hat ja einen Ruf. Und hinterher hat sich dann dieser Wüstling, der @tourettebot, meine Sauergummis unter den Nagel gerissen, so ein Lump. Und zwar in meinem Hotelzimmer!
Ja, es war schön. Sehr schön. Und ich habe Euch alle lieb. Auch alle, die ich jetzt nicht erwähnt habe, aber das wisst Ihr ja. Und wenn ich an diesem ganzen Heimatdings in den letzten Wochen eines gelernt habe, dann das: Ich muss weg aus diesem Siebenzwergesiebenbergepipitakkatukkaland hier am Bodensee. So gerne ich das hier alles habe, ich muss hier einfach weg.





